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Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Oktopus
Dem Oktopus begegnen wir häufig - er ist in aller Munde. Als Ware und erschwingliche Delikatesse in unserer Konsumwelt liegt er in den letzten Jahren erschreckend omnipräsent als Calamari auf Pizza, Nudeln oder Salat. In seinem natürlichen Lebensraum jedoch bleibt uns dieses faszinierende Tier meist verborgen: scheu, anpassungsfähig und von bemerkenswerter Intelligenz im Umgang mit seiner Umwelt.
Diese Spannung greift der Dokumentarfilm “Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Oktopus” von Eva-Maria Gfirtner und Judith Adlhoch auf eindrucksvolle Weise auf. Mit großer Sensibilität gelingt es ihm, das Wesen und die Persönlichkeit des Oktopusses in allen Facetten sichtbar zu machen und dabei auch irritierende, bisweilen störende Momente bewusst einzusetzen, um Kontraste zu schärfen und zum Nachdenken anzuregen.
Der Film stellt dabei eine zentrale Frage: Was können wir von einer anderen Art lernen? Im Sinne einer „Utopie eines Miteinanders“, eröffnet er neue Perspektiven auf das Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Er zeigt Oktopoden als beeindruckend lernfähige Wesen – vielleicht gerade deshalb fähig, ihren Lebensraum nicht zu zerstören, sondern sich in ihn einzufügen. Diese Haltung wird nicht belehrend, sondern differenziert und multiperspektivisch vermittelt und zugleich auch mit einer klaren Positionierung für den unbedingt notwendigen Schutz dieser Spezies vor unserem Appetit versehen.
Der Film begreift und zeigt den Oktopus als ein „räumliches Tier“: ein Wesen, das sich in ständiger Bewegung befindet, das sich auf seine Umgebung einlässt und sie zugleich, z.B. durch den Gebrauch von improvisierten Werkzeugen aktiv mitgestaltet. Das filmische Projekt nähert sich seinem „Gegenstand“ und achtarmigen Protagonisten nicht nur wissenschaftlich, sondern bezieht auch kulturgeschichtliche Aspekte mit ein und eröffnet so einen ebenso vielschichtigen wie mehrarmigen Zugang.
In seiner Gesamtheit ist das Werk eine weltumspannende Anstrengung, die nicht zuletzt vom großen Engagement seines Initiators und im Film auch seines Moderators Hannes Jaenicke getragen wird. Wissenschaft, Schutz und Nutzung werden hier in ihren vielfältigen globalen Zusammenhängen überzeugend und differenziert dargestellt. „Im Einsatz für den Oktopus“ zeigt eine umsetzbare Vision für eine nachhaltige Zukunft im Umgang mit der Spezies und lässt uns Zuschauende über unseren grundlegenden Umgang mit anderen Lebensformen nachdenken.
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